Bericht des Stufenleiters

Als ich meinen letzten Bericht verfasste, standen wir noch mitten in der Kleeblattdiskussion. Es war die Rede von Basisstufe, Sozialindex, Niveauunterricht an der Sek 1 Stufe (der Begriff Bezirksschule existierte nicht mehr!). Nun, das Kleeblatt ist ziemlich verwelkt – und die Schule gibt es trotzdem noch.

Andere Schlagwörter sind in den Vordergrund gerückt wie IS (integrierte Schule), SHP (schulischer Heilpädagoge) oder Schulsozialarbeit.

Lassen Sie mich die Begriffe kurz erklären: In einer Schule mit integrativer Schulung werden Kinder mit speziellem Förderbedarf in einzelnen Fächern durch Heilpädagogen in Kleingruppen gefördert oder innerhalb der Regelklasse im Teamteaching (zwei Lehrpersonen betreuen gemeinsam eine Klasse) unterrichtet. Dadurch wird die Trennung von Kindern, die dem Unterricht in der Regelklasse nicht folgen können, vermieden. In Seengen wurde IS in diesem Jahr eingeführt, damit verbunden war die Auflösung der Kleinklasse. Diese Schüler werden heute in der Regelklasse integrativ geschult. Der Einfluss auf den Schulalltag ist vor allem auf der Primar- und Realstufe einschneidend und verlangt von den Lehrpersonen die Bereitschaft, mit grösserer Heterogenität in der Klasse umzugehen und mit der SHP-Person zusammen zu arbeiten.

Neben dem schulischen Heilpädagogen gehört der Schulsozialarbeiter mehr und mehr zum Umfeld einer Schule. Es ist leider tatsächlich so, dass wir Lehrpersonen zunehmend mit Problemen konfrontiert werden, die nichts mit dem Unterrichten zu tun haben. Für viele von Ihnen ist die Schule Seengen Synonym für heile Welt!

Diese Einschätzung trifft für die Mehrheit unserer Schülerinnen und Schüler immer noch zu, aber es häufen sich die Fälle, bei denen wir auf externe Hilfe angewiesen sind. Pro Jahr sind es gut und gerne ein Dutzend Schüler/-innen, bei welchen wir externe Fachleute beiziehen müssen (Kinderschutz, jugendpsychiatrischer Dienst, Vormundschaftsbehörde, Polizei, Fachleute, die bei einer Heimeinweisung weiterhelfen etc.). Leistungsunwillige Schülerinnen oder Schüler, die sich nicht zu benehmen wissen, sind bei dieser Aufzählung nicht inbegriffen… Lehrpersonen und Schulleitung werden von diesen Fällen zunehmend zeitlich beansprucht, eigentlich möchte man sich aber jenen Schülerinnen und Schülern widmen, die etwas lernen und erreichen wollen. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass wir uns auch in Seengen Gedanken darüber machten, wie wir die erwähnten Probleme besser bewältigen könnten. Jugendlichen könnte mit einem Schulsozialarbeiter schon in einer frühen Phase professionelle Unterstützung angeboten werden. Der präventive Charakter einer solchen Einrichtung ist unbestritten. Schulpflege, Schulleitung und Gemeinderat leisteten die notwendige Überzeugungsarbeit in Seengen und in den Nachbargemeinden für die Schaffung einer Schulsozialarbeiterstelle.

An der Gemeindeversammlung vom letzten November war es soweit: Die Seenger Bevölkerung bewilligte praktisch einstimmig das Budget für die Anstellung eines Schulsozialarbeiters. Man hofft, dass die Stelle bis nach den Sommerferien besetzt werden kann.

In meinen letzten Stufenleiterberichten blieben zwei wichtige Bereiche, die den Schulalltag stark ergänzen und bereichern, unerwähnt: Die Musikschule und der Schulsport. Beide Institutionen sind eine wahre Erfolgsgeschichte. An unserer Schule war es auch vor Jahren schon möglich, ein Instrument zu erlernen. (Die älteren Semester unter Ihnen assoziieren damit natürlich sofort den Namen Isidor Lotti!).

Heute ist das Angebot viel umfassender geworden. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, aus 21 Instrumenten auszuwählen. Das Gelernte können sie zusätzlich im Ensemblespiel vertiefen. An öffentlichen Vortragsübungen und Konzerten wird das Können präsentiert. Die Musikschule ist überregional organisiert, das heisst, alle Unterstufenschüler- Innen der Vertragsgemeinden „Drüwil“ (Wortschöpfung für den Schulkreis Boniswil, Leutwil und Hallwil), Egliswil und Seengen werden in den jeweiligen Wohnorten und alle OberstufenschülerInnen in Seengen unterrichtet. An der Kreismusikschule Seengen werden zurzeit insgesamt 409 Schülerinnen und Schüler von 22 Instrumentallehrpersonen unterrichtet. Seit August 2009 wird die Kreismusikschule von Heinz Schoenenberger geleitet.

Auch der Seenger Schulsport erfuhr einen unglaublichen Aufschwung. Dieser Boom ist mit dem Engagement unserer Turnlehrerin Käthi Schlegel verknüpft. Es ist ein grosses Anliegen von ihr, möglichst viele Kinder und Jugendliche möglichst oft zu bewegen. Der freiwillige Schulsport wird durch das kantonale Schulgesetz geregelt und der Kanton entschädigt speziell dazu ausgebildete Leiterpersonen.

Alle SchülerInnen vom grossen Kindergarten bis zur 9. Klasse dürfen sich für beliebig viele Fächer anmelden. Sie verpflichten sich jeweils für ein halbes Jahr. Die Schulsportlektionen finden mehrheitlich im Anschluss an die Schule am späteren Nachmittag statt. Die Kurse für die Kleinen sind polysportiv ausgerichtet. In der Oberstufe kann man dann in verschiedensten Sportarten schnuppern. Das Angebot reicht von Klettern, Leichtathletik, Fussball, Tanz bis hin zum Kleinkaliberschiessen. Dieses Jahr haben sich 480 SchülerInnen für einen oder mehrere der 37 Kurse eingeschrieben!! Diese Zahl bedeutet prozentual zur Schülerzahl kantonalen Rekord!

Der Schulsport ist ein Breitensportangebot, trotzdem kann der Schulsport Seengen immer wieder über sportliche Spitzenerfolge berichten. Gerade im Handball und in der Leichtathletik sind unsere SchülerInnen in diversen Meisterschaften auf den Ranglisten ganz vorne anzutreffen.

Sie sehen, werte Ehemalige, die Schule Seengen bewegt sich in jeder Beziehung. Ich hoffe, dass Sie sich am 29. Mai ebenfalls bewegen und dies nach Seengen zur GV des Vereins Ehemaliger Bezirksschüler!

Theo Wyss, Stufenleiter

 

Liebe Ehemalige
Meine erste Amtsperiode als Präsidentin geht zu Ende. Sie war geprägt von vielen Ereignissen im Schulalltag, wie Sie auf den nächsten Seiten im Bericht des Stufenleiters der Bezirksschule, Theo Wyss lesen können.

Gerne lade ich Sie am Samstag, 29. Mai 2010 zur Generalversammlung des Vereins ehemaliger Bezirksschüler ein. Wir treffen uns wie immer in der Aula der Schule Seengen.
Nach dem traditionellen musikalischen Auftakt durch die Musikschule Seengen unter der Leitung von Dirigent Albin Stöcklin wird uns Herr Peter Späti über den geplanten Umbau der Mehrzweckhalle Seengen informieren. Herr Späti ist als Projektleiter verantwortlich für ein optimales Gelingen des Projektes. Geplant ist eine generelle Konzept-Änderung der heutigen Mehrzweckhalle. Ein gut durchdachter, den Bedürfnissen entsprechender und stilvoller Bau erwartet uns. Wir dürfen uns darauf freuen!

Wie angekündigt werden wir unsere Website erweitern: Bald stehen Ihnen die Fotos aller Abschlussklassen zur Verfügung. Andreas Sandmeier wird an der GV persönlich darüber berichten.

Die kompetente Crew des Restaurants Eichberg wird uns nach dem Apéro mit einem auserlesenen Menu in der Mehrzweckhalle verwöhnen. Um 22 Uhr eröffnet der Jahrgang 1982 die Bar.
Aufgepasst: die Bar-Crew ist bekannt für coole Drinks, super Sound und lange Nächte!

Das Areal der Alesa dürfen wir auch dieses Jahr als Parkplatz benutzen, wofür wir uns bei der Familie Leimgruber herzlich bedanken.

Ich freue mich, mit Ihnen am 29. Mai einen schönen Abend zu verbringen. Unsere GV ist die ideale Plattform, um eine Klassenzusammenkunft im kleinen Rahmen zu geniessen !


Herzliche Grüsse
Barbara Jordi
Präsidentin

Potenzierte Klassenzusammenkünfte auf dem Areal der Schule Seengen:

Wie alle zwei Jahre nutzten viele frühere Absolventen die Generalversammlung des Vereins ehemaliger Bezirksschüler Seengen (VEBS) zu ausgiebigem Erfahrungs- und Erinnerungsaustausch. Dazu bot sich diesmal viel Gelegenheit, denn der statutarische Teil nahm nicht viel Zeit in Anspruch. Von Albin Stöckli temperamentvoll angeleitete Instrumentalisten und Sänger der aktuellen dritten Klasse sorgten für einen dynamischen Auftakt.

 

GV 2008

 

Präsidentin Barbara Jordi-Lindenmann (Seengen) konnte im Tätigkeitsbericht festhalten, dass die Ehemaligen «ihre» auch in diesem Berichtszeitraum finanziell dort unterstützt hatte, wo die normalen Zuschüsse nicht ausreichten. So kam die Schule etwa zu zusätzlichen Freiluft-Tischtennistischen. Zur allgemeinen Heiterkeit konnte auf die Schnelle nicht mehr rekonstruiert werden, wohin denn die Busreise geführt hatte, die ebenfalls von VEBS-Subventionen profitiert hatte.

Andreas Sandmeier stellte kurz den Internet-Auftritt des Vereins vor: Unter www.vebs-seengen.ch findet man erste Informationen; ein Ausbau ist geplant.

Nach 26 Jahren im Vorstand trat Esther Gerhard-Urech (Seengen) zurück. Als Nachfolger wurde Claudio Weber (Egliswil) einstimmig gewählt.

Unter dem letzten (und zeitlich längsten) Traktandumspunkt informierte Schulleiter Urs Bögli – betont «neutral und unvoreingenommen» – über die geplante aargauische Schulreform namens Bildungskleeblatt. Dabei mussten die Ehemaligen erfahren, dass gemäss den aktuellen Vorschlägen nicht nur der Kindergarten, sondern auch ihre ehemalige Leistungsstufe, die Bezirksschule, «stirbt». Doch vorerst ist Nachwuchs im VEBS gesichert: Die Neuerungen, sofern sie denn alle politischen Hürden, insbesondere die im nächsten Jahr vorgesehene Volksabstimmung, nehmen, treten erst in Jahren in Kraft. Ein Thema beim anschliessenden Apéro vor dem Haus 4 war gegeben. Hier ergaben sich zahlreiche Diskussionen: Wo wohnst du jetzt? Was machst du? Undsoweiter.

Apéro 1

Apéro 2

Apéro 3

Der Gedankenaustausch setzte sich beim anschliessend vom Restaurant Eichberg gelieferten Nachtessen in der Mehrzweckhalle und später an der vom Jahrgang 1966 betriebenen Bar fort. (tf)

Nachtessen 1

Nachtessen 2

Nachtessen 2

Nachtessen 4

 

 

Erschienen in der AZ (ohne Fotos) vom 27.5.2008

Text: Fritz Thut

Fotos: Andreas Sandmeier

Ich könnte mir die Arbeit eigentlich erleichtern und Ihnen einfach unsere Homepage (für jene, die den Link vergessen haben: www.schule-seengen.ch) in Erinnerung rufen, dort könnten Sie sich schnell ein Bild darüber machen, was an unserer Schule läuft! Ich nehme aber die Möglichkeit gerne wahr und schildere Ihnen aus persönlicher Sicht die aktuellsten Entwicklungen an unserer Schule.

In meinem letzten Schreiben habe ich mich kritisch mit den geplanten Reformen im Bildungsbereich auseinander gesetzt. Wie Sie wissen, hat sich das Reformtempo seither nicht  verlangsamt – im Gegenteil. Als Folge der vom Volk angenommenen Vorlage zur Harmonisierung im Bildungsbereich machte sich unser Bildungsdirektor daran, Schritte in die Wege zu leiten, um diese Harmonisierungsbestrebungen voranzutreiben (Kleeblatt). Die Reformvorhaben betreffen die Primarschule (Einführung einer Grund- oder Basisstufe) ebenso wie die Oberstufe. Die Bezirks-, Sekundar- und Realschule sollen zu einer zweigliedrigen Sek I Stufe zusammengeführt werden, die nur noch          3 Jahre dauert. Diese einschneidende Umgestaltung der Schullandschaft hat natürlich auch Auswirkungen auf die Anzahl der Oberstufenstandorte, einzelne Gemeinden verlieren ihre Oberstufe. Mit Genugtuung konnten wir zur Kenntnis nehmen, dass Seengen nicht zuletzt dank der enormen Investitionen, die in den letzten Jahren getätigt wurden, als Standort erhalten bleiben wird. Die Seenger Behörden haben aber nicht nur dafür gesorgt, dass die baulichen Voraussetzungen für die Zukunft stimmen, mit der Einführung eines betreuten Mittagstisches, mit Blockzeiten und Randstundenbetreuung wurden wichtige Elemente der Reformvorhaben vorweggenommen und eingeführt.

Im letzten Jahr wurde an unserer Schule eine gross angelegte Umfrage zum Thema „Mobbing“ durchgeführt. Assistenten der Mobbing-Präventionsgruppe von Frau Prof. Françoise Alsaker der Uni Bern befragten sämtliche Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen zum erwähnten Thema. Parallel zur Auswertung der Umfrage wurde die Lehrerschaft im Bereich Mobbing-Prävention weitergebildet. Wie nicht anders zu erwarten war, zeigte die Untersuchung auf, dass auch unsere Schule mit Mobbingfällen zu kämpfen hat, aber immerhin darf man sagen, dass wir uns dem Problem stellen und uns aktiv bemühen, Mobbing schon im Ansatz zu bekämpfen.

Als Nebeneffekt unserer Bemühungen müssen wir feststellen, dass wir vermehrt von Eltern aus Nachbarschulen angefragt werden, ob sie ihre Töchter oder Söhne nicht nach Seengen zur Schule schicken könnten.

Wie Sie oben stehenden Zeilen entnehmen können, sind Bestrebungen im Gange, die Oberstufe mehr als Einheit denn als separate Züge zu sehen. Dies muss nicht heissen, dass man von einer Gesamtschule mit all ihren Nachteilen spricht. Es macht durchaus Sinn, die Durchlässigkeit der Stufen zu fördern und den gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern auch Möglichkeiten zu bieten, sich gegenseitig auszutauschen, obwohl sie nicht zur gleichen Stufe gehören. In den letzten Jahren haben wir die Zusammenarbeit unter den Oberstufenzügen ständig ausgebaut und verbessert. Für unsere Real-, Sek- und Bez.schülerinnen und -schüler gehört es seit Jahren zur Tradition, dass man gemeinsam in die Wintersportwoche fährt. Das gemeinsame Oberstufenschülerfest ist ebenso selbstverständlich wie der gemeinsame Spieltag oder der Hallwilerseetag, bei welchem im Herbst in verschiedenen Gruppen diverse Aktivitäten rund um den Hallwilersee angeboten werden. – Sie sehen, eigentlich schade, dass Sie nicht mehr in Seengen die Schule besuchen!

Ich hoffe, dass in Ihrer Agenda der 24. Mai noch nicht verplant ist und dass Sie es einrichten können, mit ein paar Ehemaligen die Schulzeit nochmals aufleben zu lassen.


Theo Wyss, Stufenleiter